Übergangskrisen und Veränderung

Übergangskrisen und Veränderung – Vom leeren Warteraum zum Raum für neue Möglichkeiten

Übergangskrisen - Veränderung muss akzeptiert werden, denn sie geschieht sowieso

Wie sich Übergangskrisen bemerkbar machen – Dieser Augenblick, wenn Menschen realisieren, dass ihnen das Gegenwärtige nicht mehr entspricht, das Bedürfnis nach Veränderung immer stärker wird, gleichzeitig aber noch nicht klar ist, in welche Richtung der nächste Schritt gehen soll, wirft viele aus der Bahn. Es scheint eine Leere und Kontrollverlust in ihnen zu entstehen. Dieser Zustand wird landläufig auch gerne als “Luftleerer Raum” beschrieben.

Diese Leere ist jedoch ein notwendiger Prozess. Ein Heilungsprozess setzt ein, indem Sie Abschied vom “Alten” halten können und sich gleichzeitig mit dem “Neuen” im intuitiven Sinn verbinden können. In diesem Übergang kann das Neue nur gefühlsmäßig erfasst und noch nicht logisch festgehalten werden.

Oft kann man nicht sagen, welche Form Dinge annehmen werden, als was sie erscheinen werden. Man weiss nicht, wie Dinge sich entwickeln werden, nur dass es kein Festhalten mehr am Alten gibt.  

Dieses von vielen Menschen als “Leere” Empfundene, gibt ihnen einen Raum zu ihrem eigenen Sein zurückzufinden und zur Ruhe zu kommen. Um wirklich eine ungestörte Zeit zu haben, um auf das eigene Selbst zu schauen. Dieser Raum ist nicht leer. Es ist ein offener, weiter Raum, der das Potential für neue Möglichkeiten überhaupt eröffnet.

Hier wird enorm viel Energie freigesetzt, welche ohne Loslassen des Alten nicht verfügbar wird. Durch das krampfhafte Festhalten am Alten, fehlt die nötige Energie und der Raum für das Neue.

Manchmal gibt es glatte Übergänge, manchmal eben auch nicht. Glatte Übergänge scheinen bequemer zu sein. Bei genauerer Betrachtung sind sie jedoch nicht in jeder Situation gut. Zu direkte Übergänge ohne Zwischenzeit können auch bewirken, dass keine echte Offenheit für das Neue da ist und sich tendenziell, dann eher wieder das Alte, nur verkleidet in neuem Gewandt, zeigt. Dann ist man dem Ego, das meint, man könne die Dinge zuerst im Außen verändern, wieder auf den Leim gegangen.

Es gibt Situationen, in denen muss man akzeptieren, dass das, was jetzt ist, einfach nicht mehr tolerierbar ist und man diese Situation verlassen muss – egal was danach kommt in dem Sinne, dass man es eben noch nicht weiss.

Es steckt in allen Situationen immer Plus und Minus drin, wenn man ganz genau hinschaut. Manchmal ist ein Thema unendlich lange blockiert und auf einmal geht alles weiter. An jedem Punkt. Es kommt irgendwie in den Flow als wäre jetzt die Zeit. Und die Blockade löst sich auf bzw. es kommt wieder in den Fluss.

Was steckt wirklich hinter der Angst vor dem Neuen?

Warum viele Menschen Angst haben spielerisch etwas Neues zu entdecken liegt daran, dass sie die Phasen, in denen kein Impuls kommt, aushalten müssen. Wenn sie ein Projekt beendet haben, kommt erstmal so eine Leere. Sie sind im absoluten Niemandsland und warten auf den nächsten Impuls. Ganz viele Menschen haben die Schwierigkeit, dass sie eine Idee suchen, eine Antwort brauchen und jeden Tag meditieren oder sich ablenken. Dabei ist es oft so, je mehr man eine Antwort oder Idee sucht, desto blockierter ist sie. Sie kann dann nicht durchfließen. Sie kommt dann unverhofft, manchmal erst dann, wenn man nicht mehr damit rechnet. Manchmal muss man metaphorisch gesehen erst durch ein Tal, bevor es mit dem, was als Nächstes dran ist, weiter geht. Es wird jedoch immer leichter dieses Tal zu durchwaden, weil es eigentlich kein Tal ist. Es ist eine Ruhepause, in der das System sich einfach wieder neu sammelt und komplett neu zusammenstellt. Das muss man lernen auszuhalten.

Inspiration und Kreativität kommt oft erst durch die Stille. Das Tal ist nur für den Verstand ein Tal. In Wirklichkeit ist es der Nährboden für das Kommende.

Das Ego meint immer es braucht den warmen Wechsel in allen Lebensbereichen. Weil es immer alles kontrollieren will. Dabei kann es in Wirklichkeit rein gar nichts kontrollieren. Es hält sich an einer Illusion fest. Dieses “ich weiß es gerade nicht, ich habe keine Ahnung, im Moment weiß ich es nicht, was als Nächstes dran ist” – damit können die Wenigsten zurecht kommen. Wir sind so sozialisiert worden, dass wir es immer wissen müssen. Dass man immer ein Ziel braucht, einen Plan. Das man immer irgendwas tun müsste. Das ist total wichtig, sonst gehe angeblich gar nichts.

So ist es eben nicht. Wenn man es gegenwärtig nicht weiss, dann hat man einen Raum und da kommt dann schon was. In dem nicht Wissen ist ein großer Raum, der sich bietet und da ist auch nichts drin. Diesen leeren Raum können die meisten Menschen kaum ertragen. Deshalb versuchen sie tendenziell diesen Raum so schnell wie möglich wieder zuzumüllen mit was auch immer. Dabei ist dieser leere Raum, dieses “gerade keine Ahnung haben” super – Weil da kommen am besten die Impulse rein. Da steht nichts voll, da ist kein toter, alter Balast, der ablenkt, von dem, was sich als Nächstes zeigen will.

Wenn Sie aktiv werden sollen, dann werden Sie es schon. Da kommen dann auch die entsprechenden Impulse rein. Hier ist es immer so, es gibt Zeit für dies und es gibt Zeit für das. Manchmal ist einfach nicht die Zeit für massive Aktivitäten.

Wenn mal eine Zeit lang gar nichts ist, geniessen Sie das. Oft entsteht erst in der Stille ein Raum für Kreativität. Vor lauter Außenaktivität haben viele Menschen gar keinen Zugriff mehr darauf. Langeweile ist verkannter Frieden. Frieden, in dem man sich ausruhen kann bis irgendwas weitergeht.

Das, was als Nächstes ansteht, wird sich schon zeigen. Und dann wird auch der Impuls stark genug sein, ins Handeln gebracht zu werden.

Die Hoffnung am Alten festzuhalten, weil man meint es werde vielleicht doch noch irgendwie besser, obwohl man bereits spürt, dass etwas vorbei ist und man schon viel zu lange gehadert hat, hält einen im Alten drin bis zur nächsten Katastrophe. Katastrophen und der Leidensdruck werden dann in der Regel immer schlimmer, das Außen wird immer unbequemer, bis man es endlich kapiert hat, dass etwas nicht mehr ansteht. Loslassen will gelernt sein.

Überprüfungen und Ladehemmungen

Dieser Raum, in dem unklar ist wie es weitergeht, ist häufig wie “eine Überprüfung” vom Leben, ob man das Vertrauen und die Geduld halten kann. Gerade diese Phasen zeigen, ob man bereits wirklich das Geführtsein & Vertrauen ins Leben verinnerlicht hat oder ob man immernoch der Illusion unterliegt der handelnde Kontrolleur zu sein. Es ist nämlich leicht sich in diesen Momenten wieder dem alles kontrollieren wollenden Ego zuzuwenden – sich verlassen zu fühlen, sich in der Opferrolle zu fragen warum nichts geschieht, sich auf das zu fokussieren, was nicht funktioniert (hat). Sicherheit ist jedoch nur ein mentales Konstrukt. Es gibt sie nicht. Es wird an etwas festgehalten, das nicht existiert.

In diesem offenen Raum ist häufig Kontrolle ein großes Thema. Nicht zu versuchen im Außen etwas zu verändern, über das man keine Kontrolle hat. Man kann nichts beschleunigen, das noch nicht reif ist und das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Was das Außen betrifft, kann man demnach nur ins Vertrauen ins Leben und in die Annahme gehen. Das bedeutet, dass alles im Fluss ist. Sobald wir versuchen, den Dingen unseren menschlichen Willen aufzuzwingen, befinden wir uns nicht mehr im Einklang mit der Natur und erleben Blockierungen bzw. ich sage auch gerne Ladehemmungen dazu (was wohl auf meine Vorberufung zurückzuführen ist!).

Hier kann es hilfreich sein zu erkennen welche Blockaden hinter der vermeintlichen Kontrolle stecken. Weswegen man feststeckt, da wo man nunmal gerade ist.

Die Blockade des Bewertens

Eine Blockade ist hier zum Beispiel das Bewerten. Dass Sie etwas gut oder schlecht finden und so lange etwas nicht so geschieht, wie Sie es gerne hätten, Sie versuchen dies zu verändern, damit es nichts mehr mit Ihnen im negativen Sinn macht. Damit Sie sich nicht davon angegriffen oder getriggert fühlen. Und wenn es triggert Sie dann sozusagen in die Verurteilung kippen. Das ist auch eine klassische Art der Schmerzvermeidung. Die Kontrolle sich gut zu fühlen, sich besser als andere zu fühlen. Dieses Gefühl “ich mach doch, ich bin doch gut, ich bin doch schon da, aber der andere…”. Dieses “ich schaue mal lieber was der andere nicht richtig macht” und verurteile andere Menschen anstatt in den Spiegel zu schauen und zu gucken, was das mit einem selbst zu tun hat. Und das bedeutet nicht, dass man im Außen keine Grenzen setzen soll oder alles über sich ergehen lassen soll, wenn man z.B. schlecht behandelt wird. Das sind zwei völlig verschiedene Ebenen. Meine Klienten haben hier häufig erstmal eine Blockade, dass das Eine das Andere doch ausschließen würde. Dem ist nicht so. Es gilt beide Ebenen zu betrachten: 1. Was will das Leben mir damit sagen? 2. Was ist im Außen zu tun oder nicht zu tun? Das Geführtsein ist Fakt. Dieses jedoch als Ausrede und Rechtfertigung für schlechtes Verhalten zu benutzen ist bloß eine Abwehrstrategie. Beide Ebenen müssen unterschiedlich betrachtet werden.

Um im Hier & Jetzt zu bleiben, tun Sie lieber das, was Sie kontrollieren können: Auf Ihr eigenes Inneres schauen.

Das Vertrauen führt wieder dahin, in die Selbstliebe zu kommen, dahin dass man für sich nur das Beste wählen darf.

Sobald die Transformation, die in Ihnen stattgefunden hat “am richtigen Punkt” ist, wird diese auch im Außen stattfinden. Der Zeitpunkt liegt jedoch außerhalb Ihrer Kontrolle.

In solchen Phasen, in denen “das Alte” nicht mehr existiert/stimmig ist und “das Neue” sich noch nicht manifestiert hat, geht es neben Vertrauens- häufig auch um Loslass- sowie Hingabeprozesse. Im Vertrauen ins Geführtsein, das zu empfangen, was als Nächstes ansteht – in welcher Erscheinungsform auch immer – ohne Wertung in gut, schlecht, richtig, falsch etc. Eben das, was für Ihre Entfaltung und Vorsehung als Nächstes am geeignetsten ist. Oft stellt man erst viel später rückblickend fest, dass etwas wie es war, so genau gut war.

Sich vom Leben führen zu lassen bedeutet tatsächlich nicht mehr in gut und schlecht zu bewerten, sondern mit dem zu sein, was ist. Hierbei geht es nicht mal um einen Sinn. Auch das kann man irgendwann weglassen. Das ist maximal noch eine Krücke bis selbst dies nicht mehr notwendig ist.

Loslassen dessen, was nicht mehr ansteht

Im Vertrauen auf das, was uns dient, haben wir auch dementsprechende Kontrasterfahrungen in unserem Leben, durch die wir lernen, was wir nicht (mehr) wollen. Manchmal müssen wir erleben was wir nicht wollen oder wie wir uns nicht mehr behandeln lassen wollen, um überhaupt zu wissen was wir wollen. Es ist letztlich alles ein Bewusstwerden über uns selbst, ein Erinnern, wer wir wirklich sind – immer tiefer, Schicht für Schicht. Daher lösen sich Bewertungen über das, was gerade ist, mit der Zeit auch mehr und mehr auf.

Im Loslassen von dem, was nicht mehr ansteht, den Fokus abzuziehen von der Vergangenheit und dem, was man nicht mehr möchte oder das man willentlich vielleicht noch gerne festhalten würde, aber es eben nicht mehr dran ist, geschieht eine Öffnung in eine Zukunft, die das bringt, was als Nächstes ansteht.

Das wartezimmer zwischen Werden und vergehen ist ein Erneuerungsprozess

Solche Übergänge mögen sich manchmal so anfühlen wie in einem Wartezimmer. Häufig sind dies sehr herausfordernde Phasen, in denen ständig am Vertrauen ins Leben gearbeitet werden muss. Denn wenn “das Ergebnis” schon da wäre, wenn man den Ausgang bereits kennen würde, wäre es keine Herausforderung das Vertrauen ins Leben zu bewahren.

In diesem offenen Raum erhält man also die Möglichkeit zu üben und zu halten, darauf zu vertrauen, dass sich alles manifestieren wird, was und wann es dran ist. Gleichzeitig den Fokus wegzulenken von der Vergangenheit und dem, was nicht oder nicht mehr funktioniert hat. Im Vertrauen darauf, dass es im Neuen funktionieren wird, weil Sie nun Ihre ganze Energie auf die Zukunft richten, auf das, was Sie JETZT wollen. Hier kann es auch dazugehören erstmal alles zu entfernen, was Ihnen Ihr Glück verwehren möchte. In diesen immer mal wieder auftretenden Übergangsphasen, manchmal länger, manchmal kürzer, erkennen wir immer mehr, was wir nicht sind und was wir nicht wollen. Vieles muss losgelassen, Grenzen gesetzt und der Mut aufgebracht werden “nein” zu sagen.

Die Prozesse von Werden und Vergehen finden hier ständig statt. Der Tod trägt in sich eine Totalität. Das haben Menschen nicht so gerne. Sie haben die Neigung zum Festhalten. Aber der Tod, nicht nur der physische Tod, ist ein Teil – eine Seite – des Lebens. Gleichzeitig entsteht die Geburt auf der anderen Seite. Das Thema ist nur deswegen so intensiv, weil es so radikal ist, uns an eine Grenze bringt, die wir nicht kontrollieren können. In Wirklichkeit können wir gar nichts kontrollieren, aber nur in diesem einen Thema, ist das selbst den Unbewusstesten irgendwie bewusst. In dem Moment, wenn wir geboren werden oder eine neue Situation in unser Leben kommt, beginnt bereits der Tod, wir wissen nur nicht wann. Wenn etwas zu Ende geht, ist das eine Einladung uns zu wandeln. Abschiede sind normal, es gibt keinen Moment, der dem anderen gleicht, alles ist immer in Bewegung.

Gibt es z.B. eine Situation oder Person, die Sie nicht Loslassen können, obwohl Sie wissen, dass das dran wäre und Sie vielleicht auch schon eine Veränderung Wollen? Dann empfehle ich Ihnen z.B. meine Hypnose “Loslassen”.