
Anziehung sagt häufig wenig über die tatsächliche Kompatibilität in einer Partnerschaft aus. Sie muss nicht einmal zwangsläufig etwas mit einer Beziehung oder Sexualität zu tun haben.
Anziehung gehört zu den stärksten unbewussten Kräften, die menschliches Verhalten beeinflussen. Selbst sehr reflektierte Menschen handeln oft unbewusst, wenn sie sich von einer Person angezogen fühlen.
Deshalb ist es wichtig, Anziehung bewusst und möglichst nüchtern zu betrachten und die Illusion rauszunehmen. Wer versteht, wie Anziehung entsteht und wirkt, kann sie realistischer einordnen und bewusster entscheiden, was er daraus macht – anstatt ihr blind zu folgen, sie falsch zu interpretieren oder immer wieder dieselben Schattenthemen und Beziehungsmuster zu wiederholen.
Anziehung und Partnerschaft müssen klar voneinander unterschieden werden. Natürlich spielt Anziehung in einer erfüllenden Beziehung meist eine wichtige Rolle – vorausgesetzt, Sie wählen Ihren Partner nicht ausschließlich mit dem Verstand. Anziehung muss differenzierter betrachtet werden und kann nicht automatisch als Zeichen für Partnerschaft oder Sexualität gleichgesetzt werden – diese Annahme greift zu kurz.
Gerade Singles mit Kinder- oder Partnerwunsch neigen verständlicherweise dazu, Anziehung schnell als Zeichen für eine mögliche Beziehung zu deuten. Unerfüllte Bedürfnisse oder die Sehnsucht nach einer Partnerschaft können diese Wahrnehmung zusätzlich verstärken. Da nicht jeder dafür andere Wege außerhalb einer Partnerschaft findet oder finden möchte, ist dies zwar nachvollziehbar.
Doch Anziehung allein ist kein Hinweis darauf, dass zwei Menschen füreinander bestimmt sind oder eine Partnerschaft entstehen muss. Wenn daraus keine Beziehung wird, bedeutet das weder, dass mit Ihnen noch mit der anderen Person etwas nicht stimmt – sondern lediglich, dass Anziehung und Beziehungskompatibilität zwei unterschiedliche Dinge sind.
Auch Menschen in einer Partnerschaft sollten sich bewusst machen, dass Anziehung zu einer anderen Person nicht automatisch bedeutet, mit dem falschen Partner zusammen zu sein. Anziehung kann unabhängig vom Beziehungsstatus entstehen und ist für sich genommen kein verlässlicher Hinweis darauf, dass die eigene Beziehung nicht mehr stimmt.
In diesem Blogartikel zeige ich 9 Fehlinterpretationen auf, die entstehen können, wenn Anziehung auftritt und man sich nicht bewusst damit auseinandersetzt, was sie in einer bestimmten Begegnung tatsächlich bedeutet.
Anschließend erfahren Sie, wie Sie bewusster mit dem Thema Anziehung umgehen und sie besser einordnen können.
Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Anziehung häufig mit Anerkennung, Wertschätzung, Zuneigung oder Liebe verwechselt wird. Menschen nehmen einen bestimmten Wert, eine Eigenschaft oder einen Wesenszug als positiv wahr und setzen diese Empfindung mit Anziehung gleich. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Zustände, auch wenn sie innerhalb einer Partnerschaft gemeinsam auftreten können.
Anziehungskraft ist eine Art innere Triebkraft – ein Sog, der Sie aus Ihrer aktuellen Situation herausziehen möchte. Sie weist auf ein Verlangen, ein Bedürfnis, einen Wunsch oder eine Erfahrung hin, die Sie machen möchten. Dies kann durch eine andere Person entstehen, durch den Wunsch nach Verbindung oder auch allein durch die Erkenntnis bestimmter Aspekte, die diese Person in Ihnen auslöst.
Anziehung kann ein Hinweis auf Entwicklung und Wachstum sein. Leben bedeutet, sich weiterzuentwickeln, das eigene Potenzial zu entfalten und verschiedene Lebensbereiche auf die individuelle Weise zu intensivieren, die für das eigene System stimmig ist. Was genau sich hinter einer Anziehung verbirgt, ist dabei nicht immer sofort bewusst.
Sie kann auf eine Vorliebe, ein unerfülltes Bedürfnis, eine Sehnsucht oder einen Wunsch hinweisen. Ebenso kann sie auf etwas aufmerksam machen, das in Ihnen bisher wenig Raum hatte und wieder integriert werden möchte. Anziehung ist somit immer ein Hinweis auf etwas, das Sie suchen, erleben oder in Ihr Leben einladen möchten.
Häufig gilt: Je stärker die Anziehung zu etwas ist, desto weiter entfernt scheint es sich anzufühlen. Das Verlangen nach etwas, das nicht verfügbar ist, kann dadurch besonders intensiv werden.
Anziehung kann Ihnen zeigen, dass eine andere Person eine Eigenschaft oder einen Aspekt verkörpert, den Sie sich in Ihrem Leben oder in einer Partnerschaft wünschen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Person auch ein kompatibler Partner ist. Sie zeigt Ihnen zunächst nur, dass etwas in Ihnen angesprochen wird. Um zu verstehen, welche Bedeutung diese Anziehung für eine erfüllende Partnerschaft hat, braucht es eine bewusstere und differenziertere Betrachtung.
Anziehung zeigt sich – wie viele menschliche Erfahrungen – in gegensätzlichen Formen: Sie kann sowohl starke positive als auch intensive negative Gefühle auslösen. Auf der einen Seite kann sie ein Gefühl von großer Euphorie, Begeisterung und Verbundenheit erzeugen. Dabei spielt auch das Belohnungssystem des Gehirns eine Rolle: Unter anderem wird Dopamin ausgeschüttet, was Anziehung besonders intensiv und teilweise suchtähnlich wirken lassen kann.
Auf der anderen Seite kann Anziehung ebenso starke Sehnsucht, Schmerz oder Verzweiflung hervorrufen. Nicht umsonst steckt im Begriff „Leidenschaft“ bereits das Wort „Leiden“.
Wichtig ist: Wenn Sie Anziehung zu einer anderen Person verspüren, geht es häufig nicht ausschließlich um diese Person selbst. Die Anziehung sagt nicht automatisch etwas über den Charakter oder die Bedeutung dieser Person für Ihr Leben aus. Vielmehr kann sie auf etwas hinweisen, das in Ihnen angesprochen wird – auf einen Wunsch, ein Bedürfnis oder eine Erfahrung, die Sie durch diese Person zu erreichen glauben.
Oft entsteht dabei das Gefühl, dass sich diese Erfahrung, dieses Bedürfnis oder diese Sehnsucht durch eine Verbindung mit genau dieser Person erfüllen lässt. Da viele Menschen Anziehung automatisch mit Partnerschaft und Sexualität verknüpfen, entsteht schnell die Vorstellung, dass eine Beziehung der Weg sein muss, um dieses Gefühl dauerhaft zu sichern.
Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Anziehung kann ein wertvoller Hinweis sein – sie ist jedoch nicht automatisch ein Zeichen für eine passende Partnerschaft. Dennoch sind Partnerschaft und Sexualität das Erste, was unbewussten Menschen im Zusammenhang mit Anziehung in den Sinn kommt.
Unabhängig davon, ob Anziehung in der Vorstellung mit einer Partnerschaft, Romanze oder Freundschaft verbunden wird: Sie weist immer auf eine Form persönlicher Weiterentwicklung hin. Sie ist ein Ausdruck des Wunsches nach Erweiterung, Entwicklung und Integration – ein Hinweis darauf, dass etwas in Ihnen nach Ausdehnung oder Entfaltung sucht.
Anziehung zeigt, dass ein persönliches Wollen vorhanden ist. Sie kann ein Weckruf sein für etwas, das Sie erleben, entwickeln oder in Ihr Leben integrieren möchten. Es ist ein Schritt in Richtung von etwas, das Sie momentan noch nicht haben oder erfahren. Umgekehrt kann auch jemand, der sich zu Ihnen hingezogen fühlt, etwas in Ihnen wahrnehmen, das er selbst erfahren oder entwickeln möchte.
Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Was genau ist es, das Sie durch diese Person zu bekommen glauben? Welche Erfahrung, Eigenschaft oder welches Bedürfnis steht tatsächlich dahinter?
Diese Erkenntnis ist entscheidend, wenn Sie bewusste Entscheidungen treffen möchten. Erst wenn Sie verstehen, worum es bei der Anziehung wirklich geht, können Sie beurteilen, ob eine Beziehung oder Interaktion mit dieser Person tatsächlich der passende Weg ist, um dieses Bedürfnis zu erfüllen.
Denn eine Paarbeziehung ist nicht immer die beste Lösung für das, wonach Sie suchen. Es gibt häufig andere Wege, bestimmte Erfahrungen zu machen oder Bedürfnisse zu erfüllen.
Wenn Sie sich jedoch nicht bewusst sind, was Sie durch eine Person, zu der Sie sich hingezogen fühlen, wirklich suchen, kann dies zu ungesunden Dynamiken führen. Sie riskieren beispielsweise, aus einem starken Verlangen heraus in belastende Beziehungen zu geraten oder andere wichtige Bereiche Ihres Lebens zu vernachlässigen – weil Sie Anziehung mit etwas verwechseln, das sie nicht automatisch bedeutet.
Eine wichtige Erkenntnis ist: Anziehung ist nicht gleich Liebe. Sie ist immer einseitig – und selbst wenn zwei Menschen gegenseitige Anziehung empfinden, bleibt sie immer ein Ausdruck persönlicher Wünsche, Bedürfnisse und Sehnsüchte.
Anziehung ist von Natur aus ich-bezogen, weil sie sich darauf richtet, was eine andere Person in uns auslöst oder was wir durch diese Person erfahren möchten. Auch wenn ähnliche Bedürfnisse aufeinandertreffen, kann dies ein Hinweis auf mögliche Kompatibilität sein – Liebe ist es jedoch noch nicht.
Liebe ist etwas anderes. Liebe bedeutet, einen Menschen bewusst als eigenständiges Wesen anzuerkennen und gleichzeitig als Teil von sich selbst wahrzunehmen. Liebe bezieht sich nicht und ist nicht auf einen Menschen begrenzt. Sie ist nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine bewusste Entscheidung. Die bewusste Wahl jemanden als Teil von sich selbst wahrzunehmen.
In einer Partnerschaft bedeutet das, jemanden zu wählen, dessen Wohlbefinden, Interessen, Wünsche und Bedürfnisse annähernd genauso wichtig werden wie die eigenen – und umgekehrt.
Die Verwirrung entsteht häufig dadurch, dass Anziehung, Wertschätzung, Verständnis und Anerkennung selbstverständlich ebenfalls eine Rolle bei der Partnerwahl spielen. Sie sind jedoch nicht dasselbe wie Liebe.
Wer blind der eigenen Anziehung folgt, trifft keine bewusste Entscheidung mehr, sondern kann in den inneren Zwang geraten, eine vermeintliche Verbindung unbedingt verwirklichen zu müssen.
Das Ganze kann leicht durcheinandergeraten, weil Anerkennung, Wertschätzung, Verständnis und Anziehung natürlich alles Komponenten sind, die auch bei der Wahl einer Partnerschaft eine Rolle spielen können.
Wenn Sie jedoch blind Ihrer Anziehung folgen, entsteht daraus keine bewusste Entscheidung mehr, sondern der innere Druck, unbedingt eine mögliche Verbindung eingehen zu müssen, nur weil diese Anziehung vorhanden ist.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass sich nur Menschen anziehen, die sich auf einem ähnlichen Bewusstseinsstand befinden.
Das stimmt so nicht. Zum einen kann Anziehung einseitig sein, zum anderen hat sie nicht zwangsläufig etwas mit Partnerschaft oder Sexualität zu tun.
Auch heute gibt es viele Paare, die langfristig zusammenbleiben, obwohl sie nicht wirklich kompatibel sind. Nicht selten geschieht dies, weil beide Menschen sich stark anpassen oder verbiegen, um eine Verbindung aufrechtzuerhalten, die aus sich heraus nicht stimmig ist.
Natürlich ist es für eine erfüllende und beständige Partnerschaft sinnvoll, wenn Menschen auf einer ähnlichen Bewusstseinsebene liegen oder der Unterschied nicht zu groß ist. Nur dann besteht die Möglichkeit, eine Beziehung aus einer authentischen Motivation heraus zu führen und langfristig kompatibel zu gestalten.
Die Anziehung selbst orientiert sich jedoch nicht an Kompatibilität oder daran, ob eine Verbindung sinnvoll ist. Sie folgt zunächst ihren eigenen Mechanismen.
Gerade wenn Menschen wenig Bewusstsein für diese Dynamiken haben, finden sie sich häufig mit Personen zusammen, die ähnliche unbewusste Themen widerspiegeln. Diese Anziehung kann eine wertvolle Möglichkeit sein, eigene Muster zu erkennen und sich weiterzuentwickeln – bedeutet aber nicht automatisch, dass daraus eine gesunde oder passende Partnerschaft entsteht.
Auch bei einem größeren Unterschied im Bewusstseinsgrad kann Anziehung entstehen. Eine Verbindung muss also nicht zwangsläufig auf gleicher Ebene stattfinden, damit Anziehung vorhanden ist.
Erst mit zunehmender Bewusstheit entsteht die Möglichkeit, bewusst zu entscheiden, wie mit dieser Anziehung umgegangen wird. Davor versuchen Menschen häufig – bewusst oder unbewusst –, aus der Anziehung eine zwischenmenschliche Verbindung entstehen zu lassen.
Mit mehr Bewusstsein kann Anziehung jedoch auch einfach als Impuls für persönliche Entwicklung genutzt werden – ohne dass daraus zwingend eine Beziehung oder überhaupt ein Kontakt entstehen muss.
Wenn Sie Anziehung wahrnehmen, kann dies ein Hinweis auf ein Verlangen, ein unerfülltes Bedürfnis oder einen inneren Anteil sein, der gesehen und integriert werden möchte. Ebenso kann sie Ihnen zeigen, in welchem Bereich Ihres Lebens Entwicklung ansteht und wo es darum geht, die eigene Komfortzone, die häufig gar keine mehr ist, zu verlassen.
Kommen wir nun konkret zu den 8 Stolpersteinen, wenn man sich in der jeweiligen Begegnung nicht bewusst darüber ist, was es mit der Anziehung auf sich hat:
Viele Menschen haben eine Vorstellung davon, was sie sich im Leben wünschen. Wenn sie jedoch starke Anziehung zu einer Person empfinden, sind sie sich häufig wenig bewusst darüber, was genau sie durch diese Person suchen oder erfahren möchten.
Oft bleibt unbewusst, welche Sehnsüchte oder Bedürfnisse durch diese Person ausgelöst werden. Statt die tatsächliche Person zu sehen, wird eine innere Vorstellung auf sie projiziert. Die andere Person wird dadurch nicht mehr so wahrgenommen, wie sie wirklich ist, sondern durch die eigene Fantasie gefiltert.
Gerade Menschen mit einer starken emotionalen Abhängigkeit oder Liebessucht neigen dazu, Warnsignale zu übersehen, wenn die Realität nicht mit ihrer Wunschvorstellung übereinstimmt. Hinweise auf fehlende Kompatibilität werden ausgeblendet, während der anderen Person unbewusst eine bestimmte Rolle im eigenen Leben zugeschrieben wird.
Dann entsteht die Überzeugung, dass diese Rolle der tatsächlichen Persönlichkeit dieser Person entspricht. Die Verbindung besteht jedoch nicht mehr mit dem Menschen selbst, sondern mit einem inneren Bild davon, wer diese Person sein soll.
Verhält sich die Person entsprechend dieser Vorstellung, wird dies positiv bewertet. Weicht sie davon ab, entstehen häufig Enttäuschung, Kritik oder Ablehnung.
Eine ungeprüfte Vorstellung davon, wie ein Partner sein sollte, auf einen Menschen zu übertragen, kann daher sehr schadhaft werden. Gleichzeitig kann genau diese Erfahrung auch eine Möglichkeit sein, eigene Muster, Bedürfnisse und Projektionen bewusster wahrzunehmen und daran zu wachsen – was man auch positiv sehen könnte und was sich dann eben als Lernpartnerschaft zeigt.
Diese Bewertung kann jedoch zu Schwierigkeiten führen, wenn Sie der Anziehung automatisch eine bestimmte Bedeutung geben und sich beispielsweise folgende Dinge einreden:
Dabei ist wichtig zu verstehen: Eigene Verletzungen, Muster und Themen können sich verändern und heilen. Die grundlegenden Bedürfnisse eines anderen Menschen lassen sich jedoch nicht einfach „wegheilen“, um eine fehlende Kompatibilität herzustellen. Viele Menschen erkennen diesen Unterschied erst im Laufe einer Paarberatung.
Auch das kann eine mögliche Erkenntnis sein – muss es aber nicht. Anziehung allein liefert keine eindeutige Antwort darauf, was eine Begegnung oder eine Beziehung bedeutet.
Die tatsächliche Bedeutung von Anziehung kann weit von diesen Interpretationen entfernt sein. Wenn Sie sich dessen nicht bewusst sind, besteht die Gefahr, dieselben Muster immer wieder zu durchlaufen und die eigentliche Botschaft hinter der Anziehung erst durch wiederholt schmerzhafte Erfahrungen zu erkennen.
Anziehung kann entstehen, wenn zwei Menschen in ihrer aktuellen Lebenssituation auf ähnliche Themen, Bedürfnisse oder Wünsche treffen. Es kann sein, dass beide gerade einen ähnlichen Mangel erleben oder – im positiven Sinne – ein übereinstimmendes, gesundes Wollen teilen. Die Anziehung entsteht dann durch gemeinsame Bezugspunkte: ähnliche Vorstellungen, Werte, Interessen oder Erfahrungen, die beide Menschen miteinander verbinden.
Es gibt Menschen mit viel Kapazität, die aus ihrer wahren Natur heraus gar nicht monogam sind, sich jedoch in das monogam-normative Gesellschaftskonzept der letzten Dekaden oder in serielle Monogamie, hineingepresst haben. Unabhängig davon, ob ihnen dies mehr schlecht als recht gelungen ist oder sie dies mehr oder weniger ehrlich, wem gegenüber auch immer ausgelebt, haben (ob mit vollem Wissen und Einverständnis der beteiligten Partner sei dahingestellt): Dass es deshalb Anziehung zu weiteren Personen zur gleichen Zeit gibt, liegt in diesen Fällen in der Natur der Sache. Wie sich das mit dem Kontingent an Zeit & Energie verhält, das dafür benötigt wird, ist ein anderes Thema. Lesen Sie speziell zur Poly* Thematik auch gerne meinen Blog Artikel Polyamorie, Polygamie, Offene Beziehung: Trend oder Beziehungsmodelle der Zukunft?
Sexuelle und körperliche Anziehung kann unabhängig von anderen Bedürfnissen und Beziehungsebenen entstehen – sie kann davon sogar vollständig entkoppelt sein. Das, was Sie sich mental, emotional oder im Hinblick auf eine Partnerschaft wünschen, passt nicht immer zu den Menschen, von denen Sie sich körperlich besonders angezogen fühlen.
Hier spielen auch biologische Mechanismen eine Rolle. Körperliche Anziehung und sexuelle Attraktivität können durch evolutionäre Faktoren beeinflusst werden – unabhängig davon, ob ein Mensch auf emotionaler, mentaler oder zwischenmenschlicher Ebene tatsächlich zu Ihnen passt.
Die Wahrheit ist: Nur weil Sie sich körperlich stark zu jemandem hingezogen fühlen, bedeutet das nicht automatisch, dass diese Person in allen wichtigen Bereichen ein kompatibler Partner ist.
Gerade starke körperliche Anziehung kann den Raum für Projektionen vergrößern. Menschen neigen dann manchmal dazu, bestimmte Verhaltensweisen oder Eigenschaften zu entschuldigen, die sie bei einer weniger attraktiven Person möglicherweise kritisch hinterfragen würden.
Deshalb ist es wichtig, trotz starker Anziehung bewusst hinzuschauen: Passt dieser Mensch tatsächlich zu Ihren Werten, Bedürfnissen und Vorstellungen einer Partnerschaft? Oder gibt es bereits Hinweise auf Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die langfristig nicht mit dem übereinstimmen, was Sie sich wünschen?
Hand aufs Herz:
Anziehung übt auf Menschen eine große Faszination aus. Die Vorstellung von der perfekten Liebesgeschichte, die Hollywood-Romantik und das Gefühl der Schmetterlinge werden oft idealisiert – bis die Illusion dahinter irgendwann durchschaut wird.
Was Liebe wirklich bedeutet, hat man nicht gelernt. Das wurde nirgendwo gesagt, von Freiheit wurde in diesem Zusammenhang auch nie gesprochen.
Die körperlichen und biochemischen Prozesse, die bei Anziehung entstehen, können ein sehr intensives und berauschendes Gefühl auslösen.
Lesen Sie hierzu gerne auch meinen Blog Artikel Verlieben – Was geschieht hierbei eigentlich?
Die Realität könnte oft kaum weiter von dieser Annahme entfernt sein.
Wenn Anziehung aus dem Wunsch entsteht, sich jemandem zugehörig zu fühlen oder die eigene Einsamkeit zu überwinden, ist die Versuchung groß, sie als Beweis für Kompatibilität zu interpretieren.
Doch Anziehung ist keinesfalls ein verlässlicher Hinweis darauf, dass zwei Menschen langfristig miteinander harmonieren oder dauerhaft verträglich sind. In manchen Fällen kann sie sogar auf das genaue Gegenteil hinweisen und alte, unbewusste Muster oder Verletzungen aktivieren.
Eine erfüllende Partnerschaft setzt voraus, dass sie für beide Menschen stimmig ist. Das Wohlbefinden, die Bedürfnisse und die Entwicklung beider Personen müssen darin Raum finden.
Häufig wird Inkompatibilität fälschlicherweise mit normalen Unterschieden oder Meinungsverschiedenheiten gleichgesetzt. Darum geht es jedoch nicht. Inkompatibilität bedeutet, dass zwei Menschen in ihrer grundlegenden Art, ihren Bedürfnissen oder ihrer Lebensausrichtung so unterschiedlich sind, dass eine harmonische gemeinsame Beziehung dauerhaft nicht möglich ist.
Besonders schwierig wird es, wenn Menschen daraus ableiten, dass mit ihnen selbst etwas nicht stimmt. Sie empfinden Scham für ihre Bedürfnisse, ihre Persönlichkeit oder ihre Wünsche und fühlen sich ungeliebt, anstatt die fehlende Passung als solche anzuerkennen.
Es geht nicht darum, den anderen abzuwerten. Manchmal bedeutet Liebe auch, einen Menschen so sein zu lassen, wie er ist – und gleichzeitig zu erkennen, dass eine Partnerschaft zwischen zwei Menschen nicht immer der passende Weg ist.
Wir wurden häufig darauf geprägt zu glauben, dass zwei Menschen nur genug Emotionen, Verständnis, Kompromissbereitschaft und guten Willen brauchen, um miteinander funktionieren zu können. Doch eine gute Absicht allein schafft nicht automatisch eine stimmige Beziehung. Manche Unterschiede lassen sich nicht lösen, sondern müssen bewusst erkannt und akzeptiert werden.
Anziehung wird häufig nicht als Impuls verstanden, die eigene innere Entwicklung und Ganzheit weiter voranzutreiben. Statt den Fokus ausschließlich auf die andere Person zu richten, kann Anziehung auch ein Hinweis darauf sein, bestimmte Anteile in sich selbst zu erkennen, zu integrieren und mehr innere Vollständigkeit zu entwickeln.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse über Anziehung wird häufig übersehen: Sie kann ein Hinweis darauf sein, nicht im Außen nach Vollständigkeit zu suchen, sondern immer mehr zu sich selbst zu finden.
Wenn uns ein Mensch anzieht, geht es nicht immer darum, eine Verbindung mit dieser Person einzugehen. Oft zeigt uns diese Begegnung lediglich etwas, das wir selbst entwickeln, integrieren oder stärker leben möchten.
Statt jede Anziehung automatisch mit Partnerschaft oder Sexualität zu verbinden, lohnt es sich daher zu fragen: Was genau berührt mich an dieser Person? Welche Eigenschaft, welches Verhalten oder welche Energie nehme ich wahr, die vielleicht auch in mir mehr Raum bekommen möchte?
Sie können beispielsweise einen Menschen an einer Bushaltestelle beobachten und von seiner Herzlichkeit oder seinem liebevollen Umgang mit anderen berührt sein. Diese Erkenntnis kann ein Hinweis darauf sein, diese Qualität selbst stärker zu entwickeln – ohne dass daraus zwangsläufig ein Kontakt oder eine Partnerschaft entstehen muss.
Andere Menschen können uns somit als Spiegel dienen. Sie zeigen uns sowohl Seiten, die wir bereits leben, als auch Anteile, die wir möglicherweise unterdrücken, ablehnen oder vernachlässigt haben.
Gerade diese verdrängten Anteile können eine starke Anziehung auslösen. Ähnlich wie bei einem Magneten entsteht Spannung durch Gegensätze. Was wir in uns selbst nicht vollständig integriert haben, kann uns im Außen besonders stark begegnen.
Das erklärt auch, warum intensive Anziehung manchmal sehr schnell in Schmerz, Konflikt oder Enttäuschung umschlagen kann. Die andere Person berührt möglicherweise nicht nur unsere Sehnsucht, sondern auch alte Verletzungen oder innere Themen, die gesehen und verarbeitet werden möchten.
Anziehung ist daher nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass diese Person der richtige Partner für uns ist. Sie kann vielmehr eine Einladung sein, uns selbst besser kennenzulernen und bisher abgespaltene oder unbewusste Anteile wieder anzunehmen.
Erst wenn wir verstehen, was die Anziehung in uns auslöst und worauf sie tatsächlich hinweist, können wir bewusster entscheiden, ob eine Verbindung mit dieser Person wirklich stimmig ist.
Interessanterweise verschwindet starke Anziehung manchmal, sobald wir den dahinterliegenden Anteil in uns selbst erkannt und integriert haben. Denn manchmal war die andere Person nicht das Ziel der Anziehung – sondern lediglich der Spiegel, der uns etwas über uns selbst gezeigt hat.
Anziehung wird häufig als Aufforderung verstanden, eine Verbindung mit der anderen Person herzustellen. Dabei kann sie ebenso ein Hinweis darauf sein, die eigene innere Verbindung zu stärken, abgespaltene Anteile zu integrieren und für sich selbst vollständiger zu werden.
Unser Wesen möchte von Natur aus integriert bzw. wieder ganz werden – dies wird manchmal auch Einheitsbewusstsein genannt. Das ist das, was Heilung letzten Endes ist. Folglich wird es immer eine innerliche Sehnsucht nach innerlicher Vereinigung geben (meist ins Außen projiziert!), ob Sie sich darüber bewusst sind oder nicht. Andere Menschen können hierfür lediglich Türöffner sein.
Ein großer Trugschluss ist hierbei auch die Überzeugung, dass der Partner : in uns ergänzen soll, damit wir vollständig sind. Paare sind mit diesem Konzept aber dauerhaft nie wirklich glücklich. Sie tun nur so und machen sich damit selbst etwas vor. Da es zwei Grund-Geschlechter mit tendenziell unterschiedlichen Stärken und Schwächen gibt (ja das kann man nicht wegleugnen!), führt dies noch mehr zu der Annahme, dass man einen Partner:in im Außen braucht, um sich zu komplettieren. Dies verstärkt die Illusion, das man für sich alleine nicht vollständig sein kann, weil es da ja sogar physisch sichtbar noch etwas anderes gibt als das, was man selbst verkörpert. Dabei hat man beide Energien in sich selbst in unterschiedlicher Ausprägung. Lesen Sie hierzu gerne auch meinen Blog Artikel: Polarität auf 5D: Männliche und weibliche Essenz in einem Körper vereint – Was ist männliche und weibliche Polarität, wann und weshalb benötige ich geschlechts- und präferenzunabhängig beides und wieviel davon jeweils?
Viele Menschen erleben sich nicht als vollständig verbunden mit allen eigenen Persönlichkeitsanteilen. Sie identifizieren sich vor allem mit den Teilen, die ihnen Sicherheit, Stabilität und Wohlbefinden geben. Andere Anteile, die als unsicher, verletzlich oder hinderlich wahrgenommen werden, werden häufig unterdrückt, abgelehnt oder verleugnet. Daher arbeite ich so gerne mit Ego-States.
Genau diese verdrängten oder nicht gelebten Aspekte können jedoch starke Anziehung auslösen. Wir fühlen uns oft zu Menschen hingezogen, die etwas verkörpern, das wir selbst noch nicht vollständig integriert haben oder in unserem Leben mehr entwickeln möchten.
Anziehung kann somit als Spiegel wirken. Sie zeigt uns nicht nur, was wir bewundern, sondern kann uns auch mit den Teilen von uns selbst konfrontieren, die wir bisher abgelehnt haben. Dadurch entsteht eine innere Spannung – ähnlich wie bei zwei gegensätzlichen Polen eines Magneten.
Je näher wir einer Person kommen, desto stärker können diese unbewussten Themen aktiviert werden. Das kann dazu führen, dass die anfängliche Anziehung in Schmerz, Konflikt oder Ablehnung umschlägt. Nicht unbedingt, weil die andere Person „falsch“ ist, sondern weil sie etwas in uns berührt, das gesehen und integriert werden möchte. Wenn schmerzhafte Anteile bislang unterdrückt oder ungesehen blieben, geht die Anziehung eben oft zu Menschen, die diesen Schmerz hervorholen werden.
Anziehung ist daher häufig eine Einladung zur inneren Entwicklung. Wenn wir erkennen, was genau uns an einer Person anzieht und welchen Anteil von uns selbst sie widerspiegelt, können wir bewusster mit dieser Anziehung umgehen.
Durch die Integration dieser eigenen Anteile kann sich auch die starke Bindung oder das intensive Verlangen nach einer bestimmten Person verändern. Manchmal verschwindet die Anziehung sogar, weil die eigentliche Aufgabe dieser Begegnung nicht die Verbindung mit dem anderen Menschen war, sondern die Rückverbindung mit uns selbst.
Das bedeutet, dass Menschen in Ihrem Leben auftauchen, die eine Übereinstimmung mit all Ihren Aspekten haben. Das beinhaltet aber auch Menschen, die eine perfekte Reflexion dessen sind, was Sie verleugnen, wegstoßen und nicht haben wollen.
Im Außen wirkt es sich dann so aus, dass Sie, anstatt in Liebe mit der Person zu sein, diese zurückweisen, verleugnen werden etc. Auf dieselbe Art wie Sie es mit den Teilen von sich selbst, die reflektieren, machen.
Das ist übrigens der Hauptgrund warum die Anziehung so schnell in Schmerz umschlagen kann.
Anziehung ist oft ein Hinweis darauf, dass man etwas (vor langer Zeit) abgespalten hat und nun ein Aufruf im inneren System gestartet wird, diesen Anteil von sich selbst (wieder) zu integrieren.
Diese Eigenarbeit zu machen, ist tatsächlich der einzige Weg, um sicher feststellen zu können, ob jemand tatsächlich kompatibel mit Ihnen ist.
Es ist außerdem ein effektiver Weg das wahnsinnige Verlangen zu beseitigen nach einer Person, von der Sie wissen, dass diese nicht zu Ihrem Wohlbefinden beiträgt, obwohl Sie so eine starke Anziehung haben.
Das ist ein liebevoll gemeinter Weg des Lebens uns (auf einem äußeren Weg) dazu zu bringen uns wieder vollständig bzw. heil zu machen. Damit wir befähigt werden diese Sache zu lieben, die eine Reflexion davon ist, was wir an uns ablehnen. Es ist ein äußerlicher Weg diese Teile von uns selbst zu lieben.
Wenn Sie diese Anziehung im Außen spüren und die Sache, um die es wirklich geht identifizieren und als Teil von sich selbst wahrnehmen können, ist das eine Möglichkeit diesen Teil von sich selbst zu reintegrieren. Es ist ein Weg sich selbst einen Schritt näher zu kommen.
Wenn diese abgespaltenen Teile wieder integriert sind, was auch bewusst in Eigenarbeit, z.B. in einem Coaching getan werden kann, geht oftmals dadurch die Anziehung zu dem Menschen weg, durch den dies sichtbar gemacht wurde. Spannend, nicht wahr?
Lesen Sie hierzu auch gerne meinen Blog Artikel Anziehungskraft anderer nimmt ab nach Persönlichkeitsentwicklung: Langzeitsingle als gutes Zeichen
Menschen, die on top gefühlt weniger Auswahl bzw. weniger Möglichkeiten haben potentielle Partner kennenzulernen, laufen mit 3D-Bewusstsein noch stärker Gefahr, unbewusst in inkompatible Konstellationen reinzuzuspringen oder zu lange darin zu verweilen. Sie denken dann, übertrieben gesagt, sie müssten das nehmen, was sie kriegen können.
Hier läuft dasselbe Spiel dann noch unter erschwerten Bedingungen, bis es bewusst ist. Erst dann kommt die Erkenntnis, dass Quantität nicht der Punkt ist bzw. keine Rolle mehr spielt. Bei Menschen mit mehr Möglichkeiten, führt die Quantität im Unbewussten auch nicht zum Ziel.
Der Ertrag bzw. die Ausbeute wird nicht mehr, wenn jemand Partnersuche oder Partnerverschleiß im großen Stil betreibt. Zumindest nicht qualitativ. Mag sein, dass es dann mehr Event gibt, jedoch wenn’s nicht ansteht, wird auch nichts Vernünftiges auftauchen.
Es stellt Betroffene jedoch unbewusst erstmal vor größere Herausforderungen, wenn sie sich in Umständen befinden, welche die Partnerwahl massiv einschränkt. Sie geben sich unter Umständen noch schneller als andere mit weniger zufrieden als sie es sich erlauben könnten. Weil sie das Gefühl haben, dass selten überhaupt mal eine Partnermöglichkeit vorbeikommt (mit 5D Bewusstsein kann sich dies übrigens verändern, weil Sie eine völlig andere Resonanz ausstrahlen!).
Was können das zum Beispiel ggf. für Umstände sein?
Was den meisten Menschen in dieser Lage nicht bewusst ist: Als Erschwerniszulage (Plus) hätten Sie durch diese Thematik die Chance viel schneller als andere ins Bewusstsein zu kommen, zu sich selbst und weg vom Sehnsuchtserfüllungsschwindel im Außen. Darüber hinaus wäre es schneller möglich übertriebene und einseitige Körperidentifikation als Illusion zu entlarven. Im Unbewussten steht jedoch bei den meisten Menschen lediglich das Leid (Minus), das diese Thematiken mit sich bringen, im Fokus.
Mit höherem Bewusstsein fällt die Quantität bei der Partnerwahl sowieso bei jedem Menschen weg – egal mit welchen Voraussetzungen oder Erschwernissen er es „davor“ zu tun hatte. Der Mensch macht hier insbesondere Erfahrungen und Entwicklung. Mit einem höheren Bewusstsein ist es nicht mehr nötig sich mit oder durch einen Partner weiterzuentwickeln. Da muss man nicht mehr zusammenkommen. Wenn Sie da auf jemanden treffen, schauen Sie gleich, was zeigt die Person Ihnen auf? Was wird in Ihnen aufgezeigt, was Sie auf die Person übertragen bzw. projizieren? Was wird da aufgeweckt? Das ist dann lediglich interessant. Wenn Sie so denken, dann denken Sie in erster Linie erstmal gar nicht an Partnerschaft. Daran denken Sie überhaupt nur noch dann, wenn viele Komponenten, die Sie sich bereits vorher sehr klar gemacht haben, kompatibel sind.
Es lässt sich nicht vermeiden: In die Verbindung mit Transformationspartnern steigt man auf die eine oder andere Art und Weise ein bzw. interagiert. Ob man will oder nicht.
Das ist zu Beginn so gut verpackt, Sie werden so vernebelt oder in der Not sein, dass Sie nicht widerstehen können. Das ist geführt. Alles andere zwar auch, aber hier werden Sie das besonders spüren und die Erfahrungen, die Sie hier machen sollen, werden besonders intensiv sein.
Es sind perfekte Vorbereiter für Ihren stimmigsten / Ihren „idealsten“ Lebens(end)partner : in nach Ihrem Eigenliebeprozess.
Die Wege trennen sich meistens (manchmal sind es auch „nur“ energetische Prozesse mit kaum real physischer Begegnung), sobald die anstehenden Themen abgearbeitet sind.
Egal welche Rechnungen hier im Außen möglicherweise offen bleiben, welche Dinge nicht mehr gesagt werden können und welche „Ungerechtigkeiten“ hier im Raum stehen bleiben: Seien Sie dankbar, dass diese Menschen Ihnen gezeigt haben, was Sie nicht wollen. Häufig ist dies der einzige Weg herauszufinden, was Sie stattdessen bzw. überhaupt wollen. Außerdem erleben Sie auch hier, wie in jeder Erfahrung, nicht nur Minus.
Diese Menschen pushen Ihre Entwicklung. Sie mögen teilweise bereits (positive) Anteile verkörpern, die Ihr stimmigster Lebenspartner : in dann auch haben wird. Jedoch werden diese Menschen in der Tiefe nicht dieselben Kernentscheidungen treffen wie Sie und Ihr „richtiger“ Lebenspartner. Daher passen diese nicht dauerhaft zu Ihnen.
Die Erfahrungen mit diesen Menschen werden Ihnen jedoch dazu verhelfen nicht mehr nach Liebe, Nähe, Harmonie, Offenheit, Verbundenheit, Wertschätzung und Anerkennung zu suchen, wo keine ist bzw. von Menschen, die sie Ihnen nicht geben oder wo die Chemie einiger Grundwerte nicht stimmt. Sie verhelfen Ihnen dazu, nicht mehr von Menschen gesehen werden zu wollen, die sich mit anderen Dingen beschäftigen.
Sie bringen Ihnen bei, dass Sie keine Entscheidung erwarten können, wo sie nicht getroffen werden kann. Außerdem nicht mehr zu versuchen in verschlossene Türen vorzudringen oder in einer Sackgasse nicht umzukehren.
Diese Menschen sind Ihnen dabei behilflich, zu sich selbst zu werden, Ihrer selbst bewusst zu werden. Damit haben diese Ihnen einen größeren Liebesdienst erwiesen als Sie es in der jeweiligen Situation vielleicht empfinden.
Sie werden in der dann wirklich zu Ihnen passenden Verbindung von diesen „Vorbereitern“ nur profitieren. Alle Themen, die Sie dort bereits bearbeitet haben, müssen Ihnen dann in der für Sie wirklich bestimmten und passenden gelebten Partnerschaft nicht mehr gespiegelt werden oder wenn überhaupt, nur noch in Nuancen.
Glauben Sie aber nicht, dass Sie dann mit dem „richtigen“ Lebenspartner : in für immer gemütlich auf der Couch sitzen werden. Es wird im Leben immer wieder Herausforderungen und Erneuerungsprozesse geben. Dieser Partner : in kann sowieso erst dann „gehandelt“ werden bzw. er kann erst dann auftauchen oder bleiben, wenn Sie voll bei sich sind und die Verantwortung für Ihre Themen übernehmen können. Denn er wird Ihnen sofort aufzeigen, wenn Sie außer Balance geraten. Allerdings kommen Sie hier sehr viel schneller wieder in Balance und es benötigt keine Trennung mehr. Sie können den Weg ab hier dann wirklich gemeinsam gehen.
Bedürfnisse zu haben ist ganz normal. Anziehung ist nichts Schlechtes. Sie gehört zum Leben dazu. Hilfreich ist nur, wenn man das Wesen von Anziehung, das Spiel der Anziehung, verstanden und durchschaut hat, damit man bewusst damit umgehen kann.
Machen Sie sich daher Ihre Werte, Standards und Bedürfnisse bewusst, die Sie da erleben möchten. Lassen Sie jedoch den Weg und die Person bzw. Situation, durch welche dieses Erlebnis geschehen soll, möglichst offen. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass Sie Ihre Vorlieben oder Präferenzen verändern müssen. Die sind wie sie sind. Gewisse Voraussetzungen braucht es. Und das ist für viele Menschen auch nochmal ein Stolperstein, wenn sie sich aus Bedürftigkeit oder Konditionierung sogar versuchen darin noch zu verbiegen. Aber wenn Sie das „Objekt“ ansonsten freilassen können, dies z.B. nicht (mehr) von einer ganz bestimmten Person abhängig machen müssen, an der Sie anhaften oder die Sie auf irgendein Podest stellen, wo sie nicht hingehört, ist die „Wahrscheinlichkeit“, dass das Leben Ihnen Kompatibilität „liefert“ am höchsten. Und verlassen Sie sich darauf, dass das Leben am Ende besser weiß als Sie, was Sie gerade brauchen und wer für Sie ansteht.
Das Leben hat kein Interesse daran, Ihnen Ihre Wünsche oder zum richtigen Zeitpunkt einen kompatiblen Partner : in zu verwehren bzw. vorzuenthalten.
Ich möchte mit diesem Blog Artikel einfach dazu beitragen, dass Sie sich bewusst darüber werden, dass Sie bewusstere Entscheidungen treffen und bewusstere Wege finden können als einfach in eine (möglicherweise inkompatible) Paarbeziehung zu springen mit jemandem. Denn wenn es sich um komplementäre Anziehung handelt (also nicht kompatibel), könnten Sie sich alternativ dazu genauso gut auf Raten vergiften, weil Sie in bestimmten Fällen damit einfach nur toxische Schattenthemen wieder und wieder ausagieren. Wie viel Lebenszeit wollen Sie damit noch verschwenden? Machen Sie sich lieber diese Themen bewusst und bearbeiten Sie diese ab einem gewissen Grad an Bewusstheit auf anderen Wegen, außerhalb einer neuen Partnerschaft – z.B. mit einem Coach.
Denn im Grunde müssen Sie dieses, wenn auch vertraute Schattending verlassen bzw. loslassen und heilsame Erfahrungen machen, anstatt diesen alten Mist immer und immer wieder zu wiederholen. Erst wenn Sie das Loslassen können und dazu in der Lage sind sich „positiven Resonanzerfahrungen“ zuzuwenden, haben diese Themen dann auch wirklich nichts mehr mit Ihnen zu tun. Selbst wenn diese Ihnen nochmal z.B. als Überprüfung begegnen. Dann widerstehen Sie einfach Ihren Bedürfnissen oder der Anziehung. Stellen diese auf jeden Fall nicht mehr über Ihre Werte und gesunden Grenzen.
Machen Sie sich Ihre Bedürfnisse bewusst und holen Sie sich dort, wo Sie das, was Sie haben wollen, auch kriegen können. Wo genau dies und Sie wirklich gewollt sind.
Wenn Sie Anziehung zu einer Person haben, halten Sie erstmal inne. Damit meine ich absolut nicht, dass Sie sich von der Person zurückziehen, diese Spannung nicht genießen oder dies auf keinen Fall kommunizieren sollten. Aber machen Sie erstmal kein Konzept draus, welche Verbindungsform das Ganze haben soll oder was daraus werden soll.
Erstmal Innehalten ist deshalb sinnvoll, weil Anziehung häufig einfach eine Vernebelung Ihrer Wahrnehmung ist, damit Sie in eine Erfahrung hineingehen. Drin ist man schnell – draußen jedoch häufig nicht ohne Schmerz bzw. Energieverlust. Bevor Sie also in etwas Sinnloses, womit Sie Ihre Zeit verschwenden, hineingehen, aus dem Sie ohne Schmerz nicht mehr herauskommen, stellen Sie sich folgende Fragen, wenn Sie Anziehung begegnen:
Unbewusst kann man kaum anders.
Wenn Sie unbewusst von Ihren Bedürfnissen und Hormonen gesteuert, in eine Partnerschaft reinspringen, weil es so geführt ist, dann kann das natürlich auch weitere Heilung an sich sein – z.B. wenn Sie sich nicht mehr so verhalten wie Sie sich früher verhalten haben.
Wenn Sie das unbewusst tun… dem folgen wie Sie fühlen, ist das immerhin besser als das Gegenteil zu tun. Es ist besser als Ihre Wünsche und Sehnsüchte abzulehnen. Und sich damit gegen das Leben, das richtig bzw. stimmig für Sie ist, stellen.
Blind Ihrer Anziehung zu folgen wird auf jeden Fall eine Ausdehnung bzw. Erweiterung Ihres Bewusstseins bewirken. Alles tut das.
Aber dauerhafte Kompatibilität ist deswegen nicht unbedingt gegeben.
Ich weiß, es gibt Coaches und Therapeuten, die sagen so etwas wie „Ja, wenn Du Dich hingezogen fühlst, gibt es da für Dich was zu erfahren. Also geh einfach rein, es nützt auch nichts die andere Person erst kennenzulernen, weil Du momentan auch in einer anderen Person eh keine anderen Themen anziehen würdest – Dein Bewusstsein wird sich dadurch so oder so ausdehnen, Du wirst dadurch Heilung erfahren!“ Alles schön und gut, aber…
Das ist unnötig, denn: Bis zu einem gewissen Grad an Bewusstheit wird man das sowieso tun, weil man vor lauter Bedürftigkeit und/oder nicht Alleine sein Können nicht anders kann. Ab einem gewissen Grad an Bewusstheit sollte man jedoch genau dies nicht mehr tun. Besser nicht mehr jeder Anziehung und Sympathie folgen (es wird dann sowieso viel seltener vorkommen, dass Sie überhaupt Anziehung haben. Lesen Sie hierzu gerne auch meinen Blog Artikel Anziehungskraft anderer nimmt ab nach Persönlichkeitsentwicklung: Langzeitsingle als gutes Zeichen). Weil inkompatible Partnerschaft dann keinen Mehrwert mehr hat, auch nicht für Heilung. Es kann dann eher zu Zeit- und Energieverschwendung werden. Wie oft wollen Sie sich noch retraumatisieren anstatt die Sinnlosigkeit einer Situation zu verlassen und damit u.a. eine Depression zu vermeiden? Oft sind es nur Triggerpunkte und gemeinsame Schmerzthemen, welche die Anziehung produzieren und da muss man genauer hinschauen: Was ist es denn? Was zieht mich denn da an? Und ist das denn wirklich so? Wie ist derjenige, der mich anzieht, denn wirklich?
Gerade am Anfang einer Begegnung ist da viel an Projektion drin, was da nicht reingehört bzw. gar nicht wirklich in der Person vorhanden ist.
Deshalb sollte man nicht gleich irgendwas machen mit der Anziehung. Wenn sich z.B. ein gutes zwischenmenschliches (Vertrauens-)verhältnis erstmal ergibt mit einer Person, ist das häufig schon mal ein guter Anfang. Das ist sowieso auch die Basis für eine Partnerschaft. Gibt es auch die körperliche (sexuelle) Komponente, trotzdem erstmal abwarten. Das kann sich schnell erledigen, wenn die Themen, um die es geht, erkannt sind. Bleibt die körperliche Anziehung, aber man steigt da nicht gleich ein in „dieser Richtung“, dann kann sich das Verhältnis in „mehr“ dann wandeln und dann kann das wirklich schön sein.
Aber dieses konditionierte, vorschnelle Einsteigen, wo Sie nicht mal wissen, mit wem Sie es zu tun haben… Am Anfang wird Werbung gemacht und geblendet ohne Ende – auch noch in sehr bewussten Stadien 😉
Man will den anderen, egal wie. Gekauft wie gesehen. Auch wenn man am Anfang bereits merkt, da stimmt was nicht – egal, die Not bringt’s ja genau. Gesprochen wird über gar nichts und wenn dann plakativer Schwachsinn bzw. nichtssagendes Geblubber „Mein Haus, mein Job, mein Image“. Aber wesentliche Dinge werden nicht gesagt. So ist das im Unbewussten. Schnell dingfest machen und Bedürfnisse befriedigen. Und derjenige, der es dann will, will’s und wenn es schon am Anfang Warnzeichen gibt oder überhaupt nicht passt. Egal, es wird dann einfach durchgezogen. Hauptsache man ist nicht mehr alleine.
Wartet man dagegen jedoch bewusst ab, sieht man wie ein Mensch in verschiedenen Situationen reagiert, welche Haltung derjenige wirklich hat. Die Zeit sollte man sich dann nehmen seine Grundwerte abzugleichen. Das ist ja auch eine schöne Zeit. Einfach mal etwas unternehmen, mal was Essen gehen oder was auch immer Ihnen vorschwebt, alles gut… Unaufgeregt im Flow… Wenn man sich kennenlernt, öfter mal trifft und was zusammen macht, nimmt man ja wahr, was man da will oder nicht und ob’s ok ist oder nicht. Wie der andere wirklich tickt und ob das kompatibel damit ist wie man selbst tickt, kann man nicht theoretisch durchdenken. Das ist sehr individuell und muss man ja erst herausfinden.
Man verpasst da auch nichts, wenn man nicht gleich rein springt, da es eh geführt ist. Wenn es sein soll und ansteht, dann wird es ja auch so sein. Da muss man sich keinen Stress machen.
Oft sind früh bereits „red flags“ da. „Der andere“ ist dann auch begeistert und da sieht man dann schon wie damit umgegangen wird. Z.B. bei „love bombing“ kann man sich gleich seinen Teil denken. Nicht, dass man sich nicht auch Komplimente machen kann, das ist alles schön und super. Aber man sieht auch, wo es übertrieben ist, wo der andere unbedingt jetzt jemanden haben will.
Und das sind ja nicht Sie in einem so frühen Stadium. Derjenige kennt Sie nicht.
Es kommt nur jemand in Frage, der wirklich frei ist, für sich genug Eigenliebe hat und jetzt nicht Sie nimmt, damit es ihm besser geht.
Wenn Sie bewusst sind, merken Sie das schnell, ob einer Not hat und unbedingt was will.
Oder seine Langeweile betäuben will. Der Partner : in ist auch nicht dazu da einen zu bespaßen oder sowas. Wenn man Unterhaltung für’s Ego braucht, kann man ins Kino gehen oder sich Netflix reinziehen.
Mit mehr Bewusstsein machen Sie nicht mehr den Fehler zu Glauben Sie wären gewünscht. Sie erkennen schnell, dass es dem anderen um Erfüllung von Defiziten geht und Löcher, die gefüllt werden sollen. Das ist alles.
Das geht mit Bewusstsein natürlich nicht mehr. Das herkömmliche Programm kann so nicht mehr ablaufen. Dass man da eine wirkliche Verbindung findet und sich eine vertraute Atmosphäre entwickeln kann, ist dann überhaupt nur noch mit Bewussten machbar.
Die Grundvoraussetzungen für unbewusste Beziehungen (also das, was von der Masse nach wie vor gelebt wird) sind:
Ein sehr großes Maß an (emotionaler) Abhängigkeit + eine große Portion Unbewusstsein + viele ungeklärte Themen + Neurose aus der Kindheit. Diese Kombi bringt’s, da können Menschen auch ein Leben lang mit einer inkompatiblen Person zusammenbleiben. Sie beziehen sich, obwohl man das nicht machen kann. Es bedeutet sich beim anderen reinzutriggern.
Das ist es nicht. Deswegen kommt das so für bewusste Menschen wirklich nicht (mehr) in Frage. Sie bringen diese „Grundvoraussetzungen“ einfach nicht mehr mit. Sie haben sie verlernt, was auch gut so ist.
Sollten Sie bereits auf einem sehr bewussten Level sein und kein kompatibler Partner : in in Sicht sein, wird Ihr Bedürfnis auf Frieden, Ruhe und Stressfreiheit momentan wohl größer sein als Ihre zwischenmenschlichen Bedürfnisse, da was zu haben. Zumal Sie dann wirklich wissen, dass dann einfach nur ein Ego Ding dazu käme, was nicht gut ist. Jemand, der wach ist, sehen Sie zurzeit nicht. Da werden Sie nicht losgehen und Theater suchen. Sobald jemand da ist, müssten Sie sich sonst mit Problemen auseinandersetzen, die Sie nicht haben und sich mit unreflektiertem Schwachsinns Theater beschäftigen. Wenn gerade nichts Konkretes ansteht, machen Sie sich keinen Kopf darüber und beschäftigen sich damit nicht.
So bedürftig werden Sie dann nicht mehr sein. Wenn ein Mensch auftaucht, mit dem es passt und wo Sie sich gut fühlen, jemand, der die Verantwortung übernimmt, wach und sehr bewusst ist, gut mit sich sein kann und nicht da projiziert, dann wäre es anders. Sie würden also nicht sagen „niemals mehr“. Aber so lange so jemand nicht da ist, nicht ansteht, niemand da ist, machen Sie sich keine Gedanken. Wenn es ansteht, merken Sie es und müssen nicht aus irgendwelchen Nummern wieder rauskommen, die sie eigentlich gar nicht wollen.
Hier geht es nicht mehr darum „den anderen zu bekommen“, es ist eine natürliche Folge, die sich automatisch ergibt ohne dass irgendwas herbeigezerrt wird oder Sie irgendwas tun müssen, was Sie eigentlich gar nicht wollen, sich verbiegen müssen, um irgendwas passend zu machen, was gar nicht passt als Kompromiss.
Das muss dann wirklich jemand sein, der bewusst ist, eine gute Kommunikationsfähigkeit hat, der für sich gut da sein kann, der nicht seine Defizite mit Ihnen auffüllen will. Und damit meine ich nicht, dass man sich nicht natürlich auf eine gesunde Art und Weise gut ergänzen kann. Aber achten Sie auf diese Dinge!
Am Anfang lohnt es sich die Projektionen erstmal durchlaufen zu lassen. In der Anziehung ist erstmal viel (Kinder-)Neurose und Projektion drin. Man sollte sich daher die Zeit nehmen und dann können man und der andere auch schauen, ob es das wirklich ist, was man möchte. Wo man sich auch wohlfühlt, gut fühlt, nicht verpflichtet und nicht irgendwie als Bedürfniserfüller herhalten soll. Jemand, der ehrlich (zu sich selbst und Ihnen) ist, Verantwortung für seine eigenen Themen übernimmt, in dem er/sie gewillt ist dort wirklich hinzuschauen und wirklich auch bei sich ist. Jemand, der weiß, wie er seine wertvolle Zeit & Energie, einteilt.
Und je bewusster Sie sich darüber sind, was Sie wirklich wollen, umso leichter wird es. Daher macht es tatsächlich Sinn sich mal aufzuschreiben, was man wirklich will. Nicht weil man sich einen Partner : in kreieren könnte. Das ist Schwachsinn. Aber Sie können das, was Sie nicht (mehr) wollen, dann leichter ablehnen TROTZ möglicherweise vorhandener Anziehung und Bedürfnissen. Somit halten Sie Ihre Spielfläche sauber bzw. den Raum und den Thron für Ihren stimmigsten Lebenspartner : in frei.
Der Knackpunkt ist vorher das eigene Plus gefunden zu haben. Ein eigenes Plus zu finden, das ist der Punkt. Ansonsten bekommen Sie im Außen auch nur Minus.
Hier müssen Sie sehr aufmerksam sein, dass Sie sich nicht selbst verarschen oder es sich nicht nur um eine „Überprüfung“ handelt. Selbst wenn jemand einfach so kommt ohne dass Sie aktiv gesucht haben. Wenn Sie denjenigen ungesehen nehmen bzw. anstatt gleich den Zugriff zu machen, ist es sinnvoll z.B. sich einfach erstmal noch eine Freundschaft entwickeln zu lassen, um zu sehen, was da überhaupt ist oder nicht. Am Ende hat das dann auch mehr Gehalt als wenn man gleich irgendwie konditioniert einsteigt. Mit Bewusstsein läuft das so nicht mehr. Gleich dingfest machen und dann schauen was man bekommen hat – das will man nicht mehr erleben. So ein „Kinderüberraschungsei“ braucht man sich dann nicht ins Nest legen.
Sie schauen einfach erstmal was passiert, wenn Sie einen interessanten Menschen kennenlernen. Wenn daraus auch „nur“ eine Freundschaft entsteht, ist das eine schöne Sache.
Es ist wichtig zu wissen wo die Anziehung herkommt und warum. Wenn Sie das verstehen, können Sie bewusst entscheiden, was Sie damit machen.
Sie werden Anziehung nicht (mehr) als „Beweis“ für zwingend auszulebende Sexualität oder Partnerschaft hernehmen, sondern erstmal als Weckruf für Integration verstehen und als Aufforderung bewusste Entscheidungen darüber zu treffen, was es konkret ist, das Sie wollen und was mit Ihnen matcht.
On top fühlt es sich (geführt) dann so an, dass Sie eine bewusste Wahl zur Liebe haben… und dass Sie überhaupt wählen können, was Sie erleben wollen.
Wenn das, was Sie in einer Partnerschaft wollen, im großen Ganzen beidseitiges Wohlergehen und Harmonie ist, dann wird die Partnerwahl facettenreich und eine bewusste Wahl. Keine triebhafte, zwanghafte Wahl.
Das geht aber nur und erst, wenn Sie auch wirklich alleine sein können. Je weniger man von anderen braucht (und nein, das bedeutet nicht keine Bedürfnisse mehr zu haben!!! Das wäre sonst wieder der nächste Stolperstein, zu versuchen nichts mehr von anderen zu brauchen!!!), desto mehr kann man warten bzw. sich gedulden bis etwas Passables geführt kommt. Sie haben dann als Erkenntnis parat, dass dies das Einzige wäre, was Ihnen noch etwas bringt, da Sie ansonsten halt lieber alleine bleiben.
Solange Sie „aushalten“ müssen, wenn keine Partnerschaft vorhanden ist, bekommen Sie eh minus und kein Plusleben. Aushalten ist nichts Gutes. Erst, wenn Sie selbst im Plus sind, können Sie sich aussuchen, mit wem Sie zusammen sein möchten und mit wem nicht. Sie werden nicht triebhaft gezwungen sein mit irgendjemandem zusammen zu sein. Sie suchen dann geführter Weise aus kompatiblen Partnermöglichkeiten aus und dafür sollte man sich Zeit nehmen.
Eine bewusste Wahl ist nur dann möglich, wenn Sie so genau wie möglich wissen, was Sie wirklich wollen und dazu in der Lage sind bis dahin nicht alle Bedürfnisse blind auszuleben wo es nur geht.
Anziehung sollte immer ernst genommen werden. Sie erkennen dadurch, was Sie im Leben noch erfahren wollen. Jedoch eben oft nicht auf dem Weg in einer Partnerschaft mit dieser bestimmten Person zu sein, welche diesen Wunsch und das Bedürfnis in Ihnen triggert bzw. auslöst. Hierfür ist Kompatibilität auch in anderen Bereichen notwendig.
Anziehung ist eine der einzigen Komponenten, die stark genug ist, uns zu „zwingen“ unseren Gefühlen zu folgen, dem, was wir wollen. Um in Erfahrung zu bringen, was uns wirklich lebendig fühlen lässt sowie was uns positiv aufgeregt und neugierig auf unsere Zukunft macht.
Der gesündere Weg ist halt sich diese Bedürfnisse und Wünsche auf einem bewussten Weg klar zu machen.
Nach Kompatibilität aussuchen, da muss man sich eine gewisse Zeit nehmen, weil man erst herausfinden muss wer der andere wirklich ist. Und dann muss man es auch aushalten können, dass es im Ergbenis nicht unbedingt funktioniert, es dann möglichst ehrlich kommunizieren und respektvoll mit der Inkompatibilität umgehen. In der Realität ist dann aber mindestens einer angepisst. Nicht mit der Haltung da rein zu gehen, dass der andere mich toll finden muss, sondern ich muss mit dem können und umgekehrt, darum geht es. Ob der andere mich dann toll findet oder nicht ist eine andere Sache, aber der Ansatz ist wirlich ehrlich hinzuschauen bzgl. der Kompatibilität.
Je kompatibler Ihre Partnerwahl ausfällt, umso weniger müssen Sie sich Gedanken um die Thematik Bedingungslose Liebe machen. Liebe ist nicht partnerschafts- oder personengebunden. Deshalb ist es auch so schmerzhaft eine inkompatible Liebesverbindung aufzulösen. Bedingungslose Liebe stellt nicht die Bedingung eine Partnerschaft mit jemandem zu haben. Partnerschaft ist und bleibt jedoch transaktional. Je stimmiger, passender, kompatibler Sie also eine Partnerschaft wählen, die mit Ihrem Leben und Vorstellungen matcht, umso weniger wird es sich wie ein Deal anfühlen, obwohl es einer ist. Natürlich findet ein Energieausgleich statt, ansonsten würde ja gar nichts stattfinden. Ein bewusster Deal ist jedoch eine völlig andere Hausnummer als ein unbewusster Deal.
Wenn es passt bzw. stimmig ist, ist das mit dem stattfindenden Energieausgleich nicht schlimm.
Viele Menschen glauben noch immer, dass für sie nicht alles verfügbar ist und sie sich deswegen nicht alles zugestehen dürfen, sondern Kompromisse eingehen müssen. Das ist schlichtweg falsch, eine ziemlich niedrige Schwingung an Bewusstsein, ein Mangel an bei sich selbst angekommen sein, ein Zeichen von nicht alleine sein können und ein Hinweis auf wenig gemachte Eigenarbeit.
Ich kann meinen Klienten nicht oft genug sagen, dass Liebe und Partnerschaft nicht dasselbe ist. Liebe sollte natürlich in einer Partnerschaft vorhanden sein. Aber sie reicht für eine Partnerschaft nicht aus. Deshalb ist der Spruch „Höre auf Dein Herz für den Mülleimer!“ Auch diese Sprüche „Liebe Dich selbst, dann kannst Du zusammen sein mit wem Du willst!“ ist reine spirituelle Gehirnwäsche der Selbsthilfeindustrie. Partnerschaft braucht sehr wohl Voraussetzungen und Sie können nicht mit jedem Menschen eine kompatible Partnerschaft haben oder kompatible Geschäftspartner sein. Hier braucht es eine Win-Win Konstellation. Deshalb sollte man vorher ganz genau besprechen, ob man überhaupt die Interessen der anderen Partei erfüllen kann und umgekehrt oder nicht.
Entscheiden Sie sich daher lieber bewusst wofür Sie in einer Partnerschaft geliebt werden wollen, in dem Sie sich klar machen, was Sie da geben wollen und geben Sie es nur jemandem, der genau das haben will. Erwarten Sie nichts vom anderen, was Sie selbst nicht bieten können.
Ich weiß, dass in der Selbsthilfe und Dating Industrie häufig romantische Aussagen propagiert werden wie „Das, was Du suchst, sucht auch Dich“, „Was Du suchst, findet Dich“ oder „Was Du willst, will auch Dich!“ Nun, das ist für den Arsch. „Du kannst immer nur das bekommen, was Du fühlst zu haben!“ – da ist etwas Wahres dran. Es sind immer gleiche Frequenzen, die sich finden oder abstoßen, wenn sie nicht mehr gleich schwingen. So lange Sie in einem anderen etwas suchen, das Sie selbst nicht haben, haben Sie allerdings ein Problem.
Aber auch wenn Sie im Plus sind (Ihr Leben in allen Lebensbereichen wirklich aufgeräumt haben), ist das keine Sicherheit dafür, dass ein kompatibler Partner : in auftaucht. Aber ausschließlich dies bietet überhaupt mal den Raum für kompatible Möglichkeiten. Sie können erst dann „auswählen“, wenn Sie auch die – wenn auch nicht in Ihrem Sinne vorhandene Möglichkeit – mit reinnehmen können, dass evtl. gar niemand mehr kommt. Das ist die höchste Stufe der Entwicklung in dieser Thematik. Dann ist es auch möglich, dass Ihnen wirklich kompatible Partner : innen begegnen und Sie auswählen können. Ansonsten bekommen Sie halt weiterhin „minus“, nämlich in Form von Ihren Themen und Entwicklung.
Unerfüllte Bedürfnisse und unbewusste Themen hindern Menschen daran, ganz einfach nach Kompatibilität zu handeln. Kompatibilität ist eine ganz sachliche, formale Angelegenheit, die für sich erstmal mit Emotion und Anziehung gar nichts zu tun hat. Hiermit könnte man schon zu Beginn und dann während dem Kennenlernen in Echtzeit, ganz plaktiv entsprechende Konsequenzen ziehen. Oft wird das nicht gemacht.
Natürlich würde man auch niemanden wählen, für den man keine Zuneigung oder körperliche Anziehung hat. Allerdings muss beides vorhanden sein – Zuneigung sowie Kompatibilität. Keines davon ist weniger wichtig als Voraussetzung für eine erfüllende Partnerschaft. Mit Bewusstsein wird die Partnerwahl zu einer relativ pragmatischen Angelegenheit, die nach außen verkopft wirken kann. Dabei ist dem gar nicht so. Es steckt nur eine völlig andere Energie bzw. Motivation dahinter. Es kommt dann wirklich die Frage auf WOZU möchte ich überhaupt noch einen Partner : in? Bei einer ehrlichen Antwort sich selbst gegenüber, bleiben nicht wenigen Menschen dann nur noch das Ergebnis: auf Grund körperlicher Bedürfnisse und gemeinsame Unternehmungen wie Urlaub etc. übrig. Je mehr Selbstbezug und je weniger Abhängigkeit mangelt es ansonsten dann an nichts mehr. Ist das verwerflich? Nein. Man könnte sich dann wirklich die Frage stellen, ob eine Beziehung hierfür wirklich notwendig wäre, nicht wahr? Keine Sorge so schlimm ist es nicht – es gibt nämlich doch auch wieder sehr pragmatische Gründe für den Sinn einer monogamen Liebesbeziehung wie zum Beispiel „Safer Sex“ etc. Viele meiner Klienten – innen sind an dem Punkt der Erkenntnis bzw. der Bewusszseinserweiterung dann sowieso an einem Punkt, an dem sie es mit der Quantität in der Vergangenheit so sehr übertrieben haben, dass allein die Gesetzmäßigkeit der Dialität dazu führt, dass sie gar kein Interesse mehr an Quantität haben.
Wenn man nicht mehr geliebt werden muss und nicht mehr so eine abhängige Person ist, die dringend jemanden sucht, um zu überleben, dann ist die Lösung Kompatibilität. Dann hat man die innere Konsistenz zu sagen sorry das passt für mich überhaupt nicht, aber viele können das nicht, obwohl sie immer wieder dieselbe Dysfunktionalität in grün bekommen. Und doch machen sie es, mangels Selbstbezug und Unbewusstheit.
Mit einem höheren Bewusstsein finden Sie jemanden erstmal sehr sympathisch und dann können Sie sich entscheiden, ob Sie da mehr machen oder nicht. Sie können, müssen aber nicht. Es geht nicht (mehr) darum einen Schmerz zu betäuben, ein Statussymbol für Ihr Image nach außen zu haben, unbewusste Themen hochzutriggern oder nicht mehr alleine sein zu müssen. Diese Musterspiegelungen haben Sie dann nicht mehr, weswegen Sie folglich auch nicht mehr diese pseudoaufregende Programmspiegelungs – Anziehung haben, nach der Sie sich früher einen Partner : in unbewusst ausgesucht haben.
Im Plus kann eine Partnerschaft völlig anders erfahren werden – nämlich erfüllend. Im Körper fühlt es sich dann eher an wie eine Erleichterung, Erholung, Entspannung mit Aufmerksamkeit, Beachtung und Pflege. Da ist keine Illusion mehr, die Ihnen Leid verursacht. Es fühlt sich an wie nach Hause kommen und nicht mehr wie ein aufgeregtes, abhängiges Verlangen. Davor müssen Sie dieses Gefühl aber erstmal in sich selbst gefunden haben.